Das Meerschweinchen ist leider ein Tier, das sowohl in der Veterinärmedizin, als auch in der Ausbildung zum/zur Tierheilpraktiker/-in sehr kurz kommt. Im Tiermedizinstudium wird es nur am Rand erwähnt und in manchen anderen Ausbildungen (z.B. Tierphysiotherapie) wird es gar nicht besprochen. Dabei ist es alles andere als leicht zu behandeln. Schon das rechtzeitige Erkennen einer Erkrankung kann zur Herausforderung werden. Man merkt auch einem schwerkranken Schweinchen lange gar nichts an. Wenn die Symptome dann offensichtlich werden, kann es schon zu spät sein. Eine gute Beobachtung und regelmäßige Gesundheitschecks sind deshalb sehr wichtig.

Ich habe mich viele Jahre lang mit medizinischen Themen rund ums Meerschweinchen befasst und auch Fortbildungen besucht. Leider befassen sich die meisten Veranstaltungen hauptsächlich mit Hund und Katze. Während meiner Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin war von Meerschweinchen und deren Behandlung ebenfalls keine Rede. Trotzdem habe ich schon vielen Schweinchen helfen können. 

Im Folgenden finden Sie einige Therapieformen, die ich anwende und die ich speziell für Meerschweinchen weiterentwickelt habe. 

 

Gesundheitscheck

Der Gesundheitscheck ist eine umfangreiche Untersuchung des Tieres. Er beinhaltet unter anderem die Kontrolle der Pfoten, Krallen, Ohren (auch Hörfähigkeit), Zähne, Augen, Haut und Fellzustand, Ernährungszustand, abtasten des Bauchraumes (Tumore, Eierstockzysten, Blasensteine...), Abhören von Herz und Lunge, Inspektion der Analregion, evtl. Blutzuckermessung, Reflexe, Bewegungsmuster, Gewichtskontrolle etc. Wenn ich hier etwas Auffälliges finde, schicke ich Sie auf jeden Fall zuerst  zum Tierarzt.

 

Magnetfeldtherapie

Die Magnetfeldtherapie ist bei Meerschweinchen genauso möglich, wie bei Hund, Katze und anderen Tieren. Es bedarf hier keinerlei Abwandlung. Ich habe lediglich ein sehr kleines Gerät, das dem Meerschweinchen eher gerecht wird. Angewendet wird es als unterstützende Maßnahme bei allgemeiner Schwäche, Gelenkerkrankungen, Schmerzzuständen, Anregung des Stoffwechsels, div. inneren Erkrankungen. 

 

Manuelle Therapie

Manuelle Therapie beim Meerschweinchen ist möglich. Sie dient der Gelenkmobilisation und löst Blockaden. Ebenso können Dehnungen der Muskulatur durchgeführt werden. Wichtig dabei ist, dass sehr vorsichtige Arbeiten. Die Gelenke sind extrem klein und dementsprechend empfindlich. Es braucht viel Ruhe und Übung. Sinnvoll sind diese Maßnahmen nach Verletzungen, Operationen, bei Schonhaltung, chron. Gelenkerkrankungen (z.B. Arthrose, Ballenprobleme) aber auch bei neurologischen Erkrankungen (z.B. Spastiken, Schiefhals).

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Im Rahmen der Physiotherapie kann man Stabilisations-, Gleichgewichtsübungen und Übungen zur Muskelkräftigung anwenden. Das geht unter anderem mit Hilfe von Geräten (Therapiekreisel, Stepper, Theraband...) oder manuell durch Setzen von Widerständen. Fotos unten: Übungen auf dem Stepper und Übung mit Theraband)

Physikalische Maßnahmen / Massagen

Unter die Physikalischen Maßnahmen fallen vor allem Wärme- bzw. Kälteanwendungen. Wärmeanwendungen sind beim Meerschweinchen sehr problematisch und sollten möglichst unterlassen werden. Meerschweinchen können nicht schwitzen und auch nicht hecheln, wie z.B. der Hund. Sie überhitzen deshalb sehr leicht. Wärmezufuhr kommt nur bei frisch operierten Tieren in Frage oder bei Schweinchen mit Untertemperatur. 

Eisanwendungen nur sehr vorsichtig und auch nur Punktuell z.B. mit einem Eislolly. Keinesfalls großflächig, da die Gliedmaßen dünn sind. Erfrierungen drohen. Im Bereich des Bauches droht schnell eine Blasenentzündung. 

Massagen, Lymphdrainage und Wasseranwendungen sind eingeschränkt möglich. 

 

Akupunktur

Das Finden der Akupunkturpunkte beim Meerschweinchen ist nicht ganz einfach. Aufgrund der kompakten Körperform und der kleinen Gliedmaßen gehört hier sehr viel Übung dazu. Auch das Setzen der Nadeln ist ungleich schwieriger als bei anderen Tierarzten, da die Haut der Schweinchen sehr dick und "zäh" ist. Außerdem darf man nicht zu tief stechen, um keine inneren Strukturen zu verletzten. Trotzdem ist diese Therapiemethode sehr effektiv. An schwer zugänglichen Stellen kann man den Laser zu Hilfe nehmen oder die Elektroakupunktur. Man kann auch mit einer sehr feinen Kanüle homöopathische Medikamente in die Akupunkturpunkte spritzen (Akusiniatrie). 

Die Akupunktur dient vor allem zur Behandlung von Schmerzzuständen aber auch diverse Innere Erkrankungen können damit heilend unterstüzt werden. 

Mittels der Moxibustion ist hier die gezielte Wärmezufuhr möglich. Bei der Moxibustion wird Beifußkraut über einem ausgewählten Akupunkturpunkt abgebrannt oder auf eine Nadel aufgesetzt. 

Inhalationen 

Atemwegserkrankungen sind beim Meerschweinchen sehr verbreitet. Dies liegt zum Teil am besonderen Aufbau der Atemwege. Mit Inhalationen jeglicher Art habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Wirkung tritt schnell ein.

 

Phytotherapie (Heilpflanzenkunde)

Als Pflanzenfresser ist das Meerschweinchen prädestiniert für die Phytotherapie. Es gibt unzählige Kräuter, die gegen die unterschiedlichsten Leiden helfen. In manchen Fällen sind sie der Schulmedizin sogar überlegen.

Wundbehandlung / Hauterkrankungen

Hauterkrankungen, schlecht heilende Wunden, Ballenabszesse etc. behandle ich sehr gerne mit dem Laser. Meistens in Kombination mit lokalen Heilkräuteranwendungen.

 

Sollten Sie ein Meerschweinchen haben, das spezielle Probleme hat, schulmedizinisch austherapiert ist oder bei dem Sie unterstützend tätig werden wollen, melden Sie sich einfach. Ich helfe wo ich kann! Gesundheitschecks sind jederzeit kostenlos möglich!

Terminvereinbarung unter: 0163-8911583